Bye, bye, Maronenbaum


Hallo meine Lieben,

"ein guter Gärtner braucht eine scharfe Schere und ein hartes Herz". Dieses Zitat von Goethe kann ich komplett unterstreichen. Wenn's manchmal auch schwerfällt - gute Gartenpflege bedeutet regelmäßiges Schneiden von Bäumen, Gehölzen und Stauden. Viele Ziersträucher bedanken sich nach dem Rückschnitt mit einer schönen Zweitblüte oder einer stärkeren Blüte im neuen Jahr. Auch bei meinen Rosen fördert der richtige Schnitt die Blüte und sorgt für eine schöne Wuchsform. Leider muss man in einem Garten manchmal zu rigorosen Maßnahmen greifen. Dann blutet auch mir mein Gärtnerinnenherz...



In der letzten Woche fällten wir unseren Maronenbaum. Schon im Herbst hatten wir uns schweren Herzens dazu entschieden. Beim Pflanzen dieses Baumes waren wir allzu blauäugig gewesen. Viele, viele Jahre stand er in unserem Garten und schenkte uns im Herbst regelmäßig Massen von Esskastanien. Schön war das! Mittlerweile überragte er allerdings unser Haus und hatte seine endgültige Höhe von 30 Metern (!!!) noch lange nicht erreicht. Ein großer Bereich unseres Gartens lag bereits im Schatten.


Wie schon im Herbst, beim Strauchschnitt, wurden wir auch jetzt wieder von Dan unterstützt. Es ist zu genial, einen Fachmann in der Familie zu haben!!! Meine Tochter Eva half mir bei den Rosen und Stauden, während sich unsere Männer die Baumarbeiten vornahmen. Ein morscher Ast unseres alten Apfelbaumes und eine kranke Felsenbirne waren im Nullkommanix abgesägt.


Nachdem unsere Entscheidung, die Esskastanie zu fällen, getroffen war, hatte mein Mann schon vor Wochen die meisten Äste geschnitten.


Nun ragten nur noch die traurigen Reste in den Himmel.


Mein armer Maronenbaum!!!


Als kleine Erinnerung habe ich drei ältere Fotos herausgesucht, auf denen ihr gut sehen könnt, wie unser Kastanienbäumchen einmal aussah. Es steht ganz links und ist von Clematis berankt.


Hier sieht man den Stamm besser, oder?


Und hier aus einem anderen Blickwinkel. Hach, da war unser Maronenbaum noch ein kleines Kerlchen.


Unser Garten ist gerade mal 500 m2 groß. Eine Esskastanie zu pflanzen war keine gute Überlegung, insbesondere wenn schon andere alte Obstbäume auf dem Grundstück stehen. Einen großen, gesunden Baum zu fällen, macht mich traurig.


Dan entfernte erst einmal die großen Äste. Und jaaa, wir wissen alle, dass diese etwas waghalsig aussehende Kletterei nicht ganz nach Vorschrift war. Aber keine Sorge, der Junge wußte genau, was er tat. Er stand da oben absolut stabil.


Einen großen Baum fällt man nicht mal eben so. Am besten lässt man das von einem Fachmann machen, der die komplexe Technik beherrscht und perfekt mit der Motorsäge umgehen kann.


Damit der Baum in die richtige Richtung fällt, wird die Fallkerbe (das weiß ich jetzt ;) !) ausgesägt.


Auf der anderen Stammseite wird dann der Fällschnitt angesetzt.


Mit der Axt wird der Fällkeil eingeschlagen.


Mit genügend Kraft...


... geht es dann ganz schnell...


... und der Baum kippt.


Da lag er nun, unser Maronenbaum, und mir war ein wenig schwer um's Herz...


Noch ein paar Aufräumarbeiten und das war's dann.


Unsere Maronen werden wir in Zukunft wohl auf dem Markt kaufen müssen (seufz).

Trotzdem bin ich sehr, sehr froh über unsere Entscheidung. Meine Rosensträucher am Anbau bekommen endlich wieder genügend Licht und werden dadurch sicher üppiger blühen.

Neben der nun sehr kahlen Stelle, an der die Esskastanie stand, werden wir natürlich ein neues Bäumchen pflanzen. Allerdings eines, dessen Wuchshöhe in einen Hausgarten passt. Ich werde davon berichten.

Nun wünsche ich euch einen entspannten Sonntagabend. Macht's euch gemütlich und fühlt euch gedrückt ♥♥♥!

Herzliche Grüße von
Regina





 



Kommentare

  1. Liebe Regina,
    es sit immer traurig, wenn ein so lange, so schön gewachsener Baum weichen muss! Aber, wenn sie krank sind, oder zu riesig werden, dann geht es eben manchmal nciht anders! Schön, daß ein neues Bäumchen gepflanzt wird, ich bin schon gespannt, auf welches Eure Wahll fallen wird!
    Hab einen guten Start in eine wunderschöne neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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    1. Liebe Claudia,
      wir haben uns für einen Hartriegel entschieden. Ich hoffe sehr, dass er gut anwächst!
      Herzliche Grüßle von
      Regina

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  2. Ach Regina , das Gefühl kenn ich auch . Ich dachte gleich loszuheulen . Bei mir
    waren es viele große Bäume , aber trotzdem , für mich war es anfangs ein großer
    Verlust . Obwohl ich wusste , sie sind krank und werden zur Gefahr . Und ich hatte
    schon bei jedem Wind Bange , das sie umfallen und dann großen Schaden anrichten .
    Zu mir hat da Jemand gesagt , dann ist Platz für Neues . Naja , das war kein Trost .
    Und selbst mit den Neuerungen tu ich mich etwas schwer , es muss sich eben erst
    wieder verwachsen .
    Schön , wenn man den Fachmann in der Familie hat . Wir müssten auch zwei Bäume
    stark einkürzen . Werd ich jemanden kommen lassen , da reichen wir nicht mehr ran .
    Eine schöne Woche . Bin auch gespannt , was für ein Bäumchen es nun wird .
    Herzliche Grüsse von JANI

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    1. Liebe Jani,
      ja gell, das Gefühl ist gruslig. Noch heute tut es mir so was von leid, dass wir unseren Maronenbaum fällen mussten. Einen komplett gesunden Baum! An seiner Stelle wächst nun ein Hartriegel. Ein Baum, der besser in unseren kleinen Hausgarten passt.
      Ich wünsche dir eine schöne Gartenzeit! Sei ganz herzlich gegrüßt von
      Regina

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  3. Oh je, welch traurige Geschichte ( ist ein bisschen so wie gestern bei mir, als wir unser letztes Auto verkauft haben )! Manchmal überschaut man halt gar nicht, was so ein Baum für Dimensionen annimmt. Weniger Schatten wäre manchmal in meinem Garten auch gut. Aber am meisten schafft mich der Angriff der Zünsler. Es ist einfach nicht mehr "mein" Garten...
    GLG
    Astrid

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    1. Ja, liebe Astrid, der Zünsler hat so viele Gärten verändert. Oft sieht man nur noch die "Buchsbaumgerippe" stehen. Ich kämpfe noch gegen diesen Schädling. Die alten, riesigen Buchsbäume meiner Großmutter möchte ich unbedingt erhalten.
      Herzliche Grüße an dich von
      Regina

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