Im Stuttgarter Süden



Hallo meine Lieben,

meine Tochter und ich waren wieder einmal auf Entdeckungstour im Stuttgarter Süden und sind dem Charme des Lehen- und Heusteigviertels komplett verfallen. Abseits vom Trubel der Innenstadt lässt sich hier ganz wunderbar schlendern und genießen. Man findet die süßesten Cafés, kleine, individuelle Restaurants und bezaubernde Lädchen zum Shoppen und Stöbern. Auch Architekturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Sehenswerte, teilweise unter Denkmalschutz stehende, Gebäude im Gründerzeit- und Jugendstil prägen das Straßenbild. Ein kreativer Stadtteil jenseits des Mainstreams...


Pulsierendes Leben. Schon vormittags trifft man ganz unterschiedliches Publikum in den Cafés: Freischaffende an ihren Laptops, Mütter mit ihren Kindern, Rentner neben Handwerkern im Blaumann - ein buntes, sympathisches Miteinander von Jung und Alt. Es wundert mich nicht, dass diese Viertel im Süden zu den beliebtesten Wohnquartieren Stuttgarts gehören. Hier leben mehr Singles als anderswo in der Schwäbischen Metropole. Die Mieten sind auch für Familien bezahlbar, die Lebensqualität ist hoch.


Wusstet ihr, dass Stuttgart die Stadt mit den größten Höhenunterschieden in ganz Deutschland ist? An den Hängen rund um den Talkessel geht es mit vielen "Stäffele" steil bergauf. So gelangt man über die Liststaffel am schnellsten vom Marienplatz nach oben auf die breite Liststraße mit ihren hübschen Geschäften und Galerien.


Nicht schneller, aber eindeutig bequemer ginge es natürlich mit der Zacke. Seit 1884 gibt es die Stuttgarter Zahnradbahn, die vom Marienplatz aus entlang der Alten Weinsteige bis nach Degerloch fährt.


Überall findet man Spuren der Geschichte. Im Lehenviertel gab es früher nur Weinberge und Gärten. Erst ab 1878 wurden Straßen angelegt und mit prächtigen Wohnhäusern bebaut. Dass hier nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet wurde, kann man deutlich sehen: In manchen Hinterhöfen gibt es noch die alten, kleinen Werkstätten der Handwerker. Fast jedes Haus hatte im Erdgeschoss seinen Laden. Das ist bis heute so geblieben. Glücklicherweise wurden viele der Straßen vom Krieg weitgehend verschont und konnten dann später unter Denkmalschutz gestellt werden.


Es amüsiert mich immer, wenn ich die genau bemessenen Lücken zwischen den einzelnen Gebäuden sehe. Gebäudetechnisch sollten sie wohl für Luftzug zwischen den Häusern sorgen. Ob sie nicht aber auch etwas mit der Schwäbischen Philosophie der Kehrwoche zu tun haben? So konnte doch besser ums Häusle gefegt und die Fenster auch von außen geputzt werden, oder ;) ?


Und noch etwas typisch Schwäbisches: Holt euch in der Bäckerei Frank uuunbedingt eine frische Laugenbrezel - die werden mit Schmalz gebacken! Leckerer geht's nicht!!! Es gibt natürlich auch eine Variante in Vegan oder 100 % Dinkel.


Gut gestärkt schauten wir dann im La Maison vorbei. Der kleine Laden ist wie ein Stückchen Frankreich mitten in Stuttgart. Man schwelgt in französischem Einrichtungsstil und kann sich in aller Ruhe vom liebevoll ausgewählten Sortiment inspirieren lassen.


Ich liebe das Limoges-Porzellan und die Pfannen von Mauviel! Lasst euch von Pierre Oliver beraten, er macht das très charmant.


Wie gut, dass ich meine Kamera dabei hatte - es gab jede Menge Fotomotive!


Zum Mittagessen gingen wir ins Restaurant Kleinigkeit - Essen und Trinken. In dem kleinen, denkmalgeschützen "Bügeleisenhaus" war früher eine Bäckerei untergebracht. Michaela Wanner, ehemalige Eventmanagerin, hat sich mit ihrem kleinen Restaurant einen langgehegten Traum erfüllt und ihre Kochleidenschaft zum Beruf gemacht. Mit enormer Kreativität und regionalen Zutaten verwöhnt sie ihre Gäste. Die Speisekarte wechselt täglich! Aber ganz egal, ob Frühstück, Mittagessen oder Dinner - hier ist alles top.


Ich fühle mich wohl in der Kleinigkeit, die helle Einrichtung strahlt so viel Leichtigkeit und Frische aus. Und Michaela hört man immer gerne zu, wenn sie mal ein Päusle macht und lebhaft über die Geschichte des kleinen Eckhauses und des Viertels berichtet.


Im Sommer kann man wunderschön im Freien unter der Platane sitzen. Das ist dann ein bisschen wie Urlaub.


Auch ins Café Justus gehe ich mehr als gerne. Schon beim Eintreten duftet es nach frischem Brot und leckerem Kaffee. Frühstück und Mittagstisch ist genial im Justus. Ich persönlich lande aber (fast) immer bei den selbstgemachten Brotaufstrichen. Die sind sooo klasse! "Erbse-Trüffel" ist mein erklärter Liebling - den müsst ihr probieren!!!


An der Theke könnte ich ewig stehen und erstmal nur schauen, was es alles gibt. Man wird immer sehr nett und herzlich bedient. Es macht richtig Freude, im Justus zu sein!


Auch auf der Suche nach einem individuellen Geschenk wird man hier schnell fündig: Justus-Marmeladen, schöne Bücher, gute Weine, besondere Dekoartikel... Es lohnt sich, ein bisschen Zeit mitzubringen.


Unseren Espresso trinken wir am allerliebsten im Herbert'z. Nichts geht über diesen frisch gerösteten Kaffee, der in dem großen Messingkessel an der Theke zubereitet wird -  das Aroma ist ein Traum!


Ich mag den Charme des Herbert'z sehr! Früher war in den Räumen eine Metzgerei, was man auf einigen historischen Fotos an den Wänden noch sehen kann.


Die Einrichtung ist eine witzige Mischung aus Flohmarktstücken, Bildern, Kronleuchtern, Kunst und macht die Espresso-Bar unverwechselbar.


Viele Heusteigler verbringen im Herbert'z ihre Mittagspause oder halten einen kleinen Plausch an der Theke. Manchmal bekommt man kaum einen Platz. Werft auch einen Blick auf die Mittagskarte - nicht nur der Kaffee ist hier genial ;) !


Die entspannte Atmosphäre tut gut - eine kleine Auszeit im Tagesgeschehen.


Das Zimt & Zucker ist wohl das bunteste Café im Heusteigviertel. Die vom Inhaber Jean selbst bemalten Wände und Decken, die liebevollen Arrangements sorgen für ein ganz besonderes Ambiente.


Das Frühstück hier solltet ihr wirklich einmal testen (es gibt supertolle Pancakes!!!) Aber auch für alle, die sich vegan, vegetarisch, gluten- oder laktosefrei ernähren, ist das Zimt & Zucker eine gute Wahl. Uuund donnerstags ist immer Quiche-Tag!


Ein letztes, kleines Café wollten wir uns noch anschauen, bevor es langsam dunkel wurde.


Schon oft war ich am misch misch vorbeigekommen, aber noch nie drin gewesen. Da hatte ich bisher wirklich etwas verpasst ;) .


Das süße, kleine Café gibt es seit August 2016. Zuvor war die Inhaberin mehrere Jahre mit ihrem Espresso-Mobil unterwegs. Die Kaffeespezialitäten werden mit einer original "La Marzocco" zubereitet - das hat was!


Ich freue mich immer, eine neue Location entdeckt zu haben (und nächstes Mal nehme ich ganz sicher eine der hübschen, handgemachten Kerzen mit!).


Unsere kleine Tour beendeten wir abends im Galào. Im Sommer, bei schönem Wetter, bekommt man hier nur mit großem Glück einen Platz. Die Inhaber nennen ihr kleines Restaurant "Wohnzimmer des  Südens". Mittwochs und samstags finden Live-Konzerte statt.
Ich muss zugeben, dass die meisten Gäste im Galào eher im Alter meiner Tochter sind. Trotzdem habe ich mich hier noch nie unwohl gefühlt, ganz im Gegenteil. Ich schätze die nette Art, wie man hier bedient wird sehr und mag das lockere Multi-Kulti-Feeling. Ganz besonders gerne esse ich die frischen Toasts, wobei das Rote-Linsen-Curry auch sehr zu empfehlen ist. Schaut einfach selbst...


Sooodele, meine Besten, das waren heute ein paar klitzekleine Stuggi-Tipps für euch. Prima, wenn ihr in der Nähe wohnt oder Stuttgart schon lange auf eurer Städtetrip-Liste steht.

Es macht sooo viel Spaß,  Neues zu entdecken!!! Mittlerweile habe ich einige Lieblingsplätze, die ich vor ein, zwei Jahren noch gar nicht kannte.

Probiert es aus und erkundet einfach mal eine ganz andere Ecke eurer Stadt!

Habt ein schönes Wochenende, bleibt gesund und fühlt Euch feste umarmt ♥♥♥!!! 

Herzliche Grüße von
Regina






Kommentare

  1. Am beeindruckendsten aber ist deine Rosa - Liebe! ;-)
    Bon week-end!
    Astrid
    für die Stuttgart immer der Durchreiseort zu meinen geliebten Enkelinnen sein wird...

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  2. schön, dass du uns durch Stuttgart führst. Selbst als Einheimische habe ich viele Lokalitäten nicht gekannt. Es muss einfach wieder mehr Innenstadt auf den Stundenplan - danke und herzlichen Gruß, Theresa

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  3. Du bist eine ganz wunderbare Stadtführerin, mit viel Sinn für das nicht Alltägliche! Ich bin sehr gerne mitgegangen! Vielen Dank und alles Liebe
    Heidi

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