4. Advent: Weihnachtsgedanken

Hallo meine Lieben,

heute gibt es bei mir kein DIY, kein Rezept und kein Glitzer Glatzer, lediglich ein paar Gedanken zur Weihnachtszeit. Ich habe mich in den letzten Wochen sehr mit Weihnachten beschäftigt, mit alten Bräuchen, Geschichte, und fragte mich, was Advent wirklich bedeutet. Dabei bin ich auf Bekanntes und für mich überraschend Neues gestoßen…


Angeregt wurde ich dazu durch einen Vortrag von Cornelia Mack, Autorin und diplomierte Sozialpädagogin mit Schwerpunkt Psychiatrie. Die „nebenberufliche Pfarrfrau“ aus der Nähe von Stuttgart setzt sich seit vielen Jahren mit der Verbindung von Glaube und Psychologie auseinander und hat mehrere Bücher zu diesem Thema veröffentlicht.



Wie in keiner anderen Zeit scheinen wir uns im Advent in besonderer Weise nach Ruhe, nach Versöhnung, nach Frieden und Stille zu sehnen. 

Doch was haben wir aus dem Advent gemacht? Die Wochen vor Weihnachten sind eine besonders hektische, oft krisenreiche Zeit. Was packen wir nicht alles in die letzten Tage vor dem Weihnachtsfest: Jahresabschlüsse, Weihnachtsfeiern, wir backen, dekorieren, bringen alles auf Hochglanz, sind auf der Suche nach individuellen Geschenken.… 


Müssen Festtage zwingend Stresstage sein? Stürzen wir uns in Hektik, um manchen Themen zu entgehen? Ist Stille gefährlich?




Was ist uns wichtig am Weihnachtsfest? Familie, Geschenke, gutes Essen - das sind wohl die Antworten der meisten Menschen. 

Und ja, auch meine Posts sind in der Adventszeit voll mit Deko-Ideen, Rezepten und Schönem. Ich liebe es, unser Haus stimmungsvoll zu gestalten und freue mich so sehr auf meine Familie! Schön ist das. 

Es spricht auch gar nichts dagegen, das Leben zu genießen. Ganz im Gegenteil, das ist wunderbar. Und doch ist da noch mehr…



Ist die Adventszeit nicht auch eine Zeit der Ahnung von Gott? Man kann den Themen Gott, Engel, Krippe, Jesus nicht wirklich entkommen im Advent. Sie begegnen einem ständig.

„Nun machen sie schon mit der Bibel Werbung für Weihnachten“, war die Bemerkung eines Paares, über das im Schaufenster aufgeschlagene Buch. Ist das nicht fast schon skurril? Ja, manch einer ist wirklich weit weg vom Thema... 

Ich begann mich für die ursprüngliche Bedeutung des Advents zu interessieren.

Advent war für mich immer die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Oft wird auch der Begriff „Vorweihnachtszeit“ gebraucht. Dass dies ein Begriff aus dem Nationalsozialismus war, der versuchte, alle christlichen Bräuche, wie Weihnachtsbaum, Adventskranz, Barbarazweig usw. heidnisch zu deuten, wusste ich nicht.


Der Advent (vom lat. adventus "Ankunft") war ursprünglich eine 40-tägige Fasten- und Passionszeit. 

Der Beginn war der 25. November, der Gedenktag der heiligen Katharina von Alexandrien. Bestimmt kennen einige von Euch den aus dem Volksmund überlieferten Merkspruch: "Kathrein stellt den Tanz ein"? Vom Katharinentag an bis zum Dreikönigsfest am 6. Januar blieben "Bass und Geigen eingesperrt".

In diesen 40 Tagen gibt es mehr als 20 besondere Gedenktage und Bräuche mit tiefer geistlicher Bedeutung.

Der bekannteste ist sicher der 6. Dezember, der Nikolaustag, an dem Bischof Nikolaus von Myra gedacht wird und bei uns die Kinder ihre Stiefelchen rausstellen. Ich mag die Legende des jungen Nikolaus, der drei Töchter eines verarmten Vaters vor der Prostitution gerettet haben soll, indem er nachts Goldklumpen ins Fenster der Mädchen warf.

Auch den 4. Dezember, den Barbaratag, kennen noch viele von uns. Der Zweig, den man traditionell an diesem Tag schneidet, erblüht an Weihnachten. Er wurde schon immer als Beginn neuen Lebens, als Hinweis auf die Auferstehung gedeutet und war somit eine große Hoffnung, Trost und Perspektive für Menschen, auch inmitten von größtem Leid.

Der  24. Dezember fällt auf den "Adam-und-Eva-Tag". An ihm wurde im Mittelalter mit Krippen- und sogenannten Paradiesspielen an den Sündenfall erinnert, ein immergrüner Baum dabei mit Äpfeln geschmückt. Das war die Entstehung unseres Weihnachtsbaumes.


Ja, im Advent bereiten wir uns vor auf das Weihnachtsfest, auf die Geburt Jesu. Das ist richtig.

Das Urthema jedoch, die viel tiefere und wesentlich bedeutendere Aussage des Adventes ist: Jesus kommt einmal wieder, am Ende der Zeit.

Das war mir nicht bewusst.

Ich frage mich: Wären wir darauf vorbereitet? Wie würden wir reagieren, wenn Jesus morgen käme? "Ohhh, dafür habe ich gaaar keine Zeit!", "Hach, gerade passt das nicht in meinen Terminkalender! Kann man das verschieben?"

Ja, was würde ICH sagen???

Was feiern wir an Weihnachten? 

Ist es nicht ein wenig so, als würden wir am 24. Dezember eine gigantische Geburtstagsparty abziehen, nur das Geburtstagskind, das haben wir versehentlich vor der Tür vergessen?




Das barocke Gemälde "Anbetung der Hirten" von Rembrandt berührt mich sehr. 

Es sind nicht die Laternen, die das Bild erhellen. Es ist das Kind in der Krippe, bei dessen Anblick selbst die raubauzigen Hirten ganz still und ruhig werden. 




Ich denke, genau DAS soll an Weihnachten passieren, dass unser Herz in der Tiefe berührt wird, dass wir still werden, zur Ruhe kommen, Lasten ablegen können und dass unser Herz zum Frieden findet.



Nun wünsche ich Euch allen ein wundervolles, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Ankommen im neuen Jahr. Ich drück Euch feste ♥♥♥!!!

Ganz bewusst lege ich ein kleines, weihnachtliches Blogpäusle ein und melde mich dann wieder im Januar.

Alles Liebe bis dahin!!!

Herzliche Grüße von
Regina





Kommentare

  1. Ein so ganz anderer Post von dir, eine andere Seite deiner Persönlichkeit kommt da zum Vorschein! Ja, es lohnt sich, das Nachdenken über dieses Fest, dass man in seiner jetzigen Erscheinungsform manchmal im Alter echt "über" kriegen kann.
    Ich wünsche dir eine stade Zeit mit deinen Lieben!
    ❤️ lichst
    Astrid

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  2. Liebe Regina,
    danke für diesen zauberhaften Post!
    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein wunderschönes, fröhliches, lichterfülltes und besinnliches Weihnachtsfest, gefüllt mit Liebe und Zeit für Gemeinsamkeit ☆.¸¸.•´☆!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  3. Liebe Regina,
    was für ein wunderbarer Beitrag von dir. Man merkt deinen Worten an, wie du dich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt hast. Und du hast absolut recht, an Weihnachten sollte man sich auf den Frieden und die Liebe besinnen, darauf kommt es wirklich an. Hab lieben Dank, dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast. Und deine zauberhaften, weihnachtlichen Bilder dazu.
    Hab ein besinnliches und ruhiges Weihnachtsfest zusammen mit deinen Liebsten sowie einen guten Start ins neue Jahr,
    Anne

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  4. Ein sehr schöner Post liebe Regina! Hab noch einen wundervollen 2. Weihnachtsfeiertag mit deinen Lieben und einen tollen Start ins neu Jahr!
    Christel

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  5. sehr schöne bewegende nachdenklichmachende Zeilen

    ja.. und man muss sich wohl auch selber an die Nase fassen
    irgendwie "verkommt" Weihnachten zur Folklore

    der eigentliche Sinn geht verloren

    liebe Grüße
    Rosi

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