Im Garten meines Vaters

Hallo meine Lieben,

mein heutiger Post liegt mir sehr am Herzen. Ich weiß gar nicht, warum ich noch nie über den Garten meines Vaters berichtet habe. Dabei gibt es sooo viel über ihn zu erzählen. Mein Papa ist Gärtner mit Leib und Seele. Mit seinen 80 Jahren steckt er noch immer voller Ideen und werkelt mit Begeisterung in seinem 800 m² großen Garten. Habt Ihr Lust, mich zu begleiten? Er freut sich immer über Gartenbesuch... .

Es macht großen Spaß, einen Blick in sein grünes Reich zu werfen. Überall entdeckt man besondere Eckchen und interessante Pflanzen. Schon als ich ein kleines Kind war, bewunderte ich die Kreativität und Experimentierfreude meines Vaters. Aus kleinen Würzelchen, Ablegern sind auf wundersame Art viele große, kräftige Pflanzen entstanden.

Es duftet im Garten meines Vaters. Nach Kräutern, nach Rosen. Die panaschierte "Claude Monet" und die purpurfarbene "Munstead Wood" mag ich besonders gerne. Oha, der Acanthus neben dem großen Kräuterbeet beansprucht mittlerweile wirklich viel Platz. Ja, man muss den Pflanzen Raum geben... .

Der hübsche Storchschnabel "Hollywood" war einst ein Ableger aus meinem Garten. Schön, wie er auch hier gedeiht! Seht Ihr die feinen purpurfarbenen Äderchen?

Wie prächtig die "Augusta Luise" blüht! Und erst ihr Duft!!!  Um das stattliche Exemplar der Rodgersie "Chocolade Wings" beneide ich meinen Papa sogar ein bisschen... ;) .

Wenn jemand einen grünen Daumen hat, dann ist es sicher mein Vater. Auch Freunde meiner Eltern dachten im Urlaub schon automatisch an die Gartenleidenschaft meines Vaters und brachten teilweise ganz ungewöhnliche Samen und Pflanzen mit.

Beim Fotografieren entdeckt man Altes und Neues. Beim Anblick dieses Schlüssels musste ich lächeln: Schon IMMER wurde der Gartenhaus-Schlüssel abends an diesen Nagel neben der Tür gehängt. Ein Gartenritual.

Auch Minnou lebt hier. Fotografieren mag sie aber gar nicht!

Sie hat wichtigere Dinge zu tun... .

Im großen Gewächshaus meines Vaters werden gerade neue Tomaten- und Paprikasorten getestet.

Die Liebe zum Garten habe ich eindeutig in die Wiege gelegt bekommen. Bei meinen Eltern wuchsen schon immer Kräuter, die meine Freunde kaum kannten. Mein Vater baute Gemüse an und experimentierte mit alten Sorten. Artischocken, Melonen, Fenchel, Auberginen, Spargel - alles wurde ausprobiert. Die Ernte wurde dann mit Begeisterung von meiner Mum verarbeitet. Sie war eine leidenschaftliche Köchin und  liebte es sehr, neue Rezepte zu entwickeln.

Wenn man mit meinem Vater in die Markthalle nach Stuttgart geht, kauft er die Lampascioni (italienische Wildzwiebeln) nicht, um sie zu essen. Neiiin, sie werden in der Erde verbuddelt, um zu sehen, wie sie wachsen. Das ist ganz mein Papa! Links unten seht Ihr die typische Blüte des bei uns noch recht unbekannten, mediterranen Wildgemüses.

Wie gut erinnere ich mich an unsere kleinen Ausflüge, auf denen mein Vater immer ein paar Samen oder ein Würzelchen entdeckte. "Schaut mal, dort am Bach wächst diese ganz spezielle Minze!". Glücklich zeigte er uns dann ein ziemlich mickriges Wurzelstück. Und tatsächlich, genau diese Wasserminze gedeiht noch heute in unseren Gärten.

Mein Vater war für mich immer ein großes Vorbild. Es gab kein Gift in seinem Garten. Mit Überzeugung wurde gemulcht, nicht umgegraben. Seine unterschiedlichen Jauchen sind sehr effektiv, bloß, ganz ehrlich - sie stinken mehr als grauslig.


Schon als Kind liebte ich die vielen Tierchen im Garten. Stundenlang beobachteten wir Spinnen, Käfer, Schnecken, Eidechsen oder Blindschleichen. Die vielen Vögel im Garten werden auch heute noch sehr gut versorgt und nisten oft am selben Platz.

Zu einem lebendigen Garten gehört unbedingt auch Wasser.

Der kleine Teich, Quellsteine und viele Wasserstellen sind gute Trink- und Bademöglichkeiten für die Vögel.

Das leise Plätschern hat etwas Beruhigendes.

Auch Papas Beerenauswahl ist unglaublich. Was er alles hat!!! Nicht nur mehrere Sorten von Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Stachel- und Johannisbeeren, sondern auch Josta-, Heidel-, Andenbeeren, Japanische Weinbeeren, Thaibeeren... . Hab' ich noch etwas vergessen? Dann geht es weiter mit den Trauben... . Ein wahrer Reichtum, der jedoch auch verarbeitet werden möchte.

Die Rosen sind erst vor ein paar Jahren im Garten meines Vaters eingezogen. Ich glaube, ich hatte ihn damals mit meiner Euphorie angesteckt.

Nun blühen auch bei ihm wundervolle alte und neue Sorten. Aber wisst Ihr, auch hier ist ihm das ein oder andere Experiment gelungen. Er hat viele Rosen aus Stecklingen vermehrt. Auch seine "Rose de Resht" stammt eigentlich aus meinem Garten.

Gerne erklärt mein Vater, wie man das macht: Anfang August schneidet man einen schon gut verholzten einjährigen Trieb und macht daraus einen bleistiftlangen Steckling. Man sollte darauf achten, dass man den Steckling unten genau unterhalb eines Blattes kappt. Dann werden alle Blätter, bis auf die obersten, entfernt. Nun werden die Stecklinge an einem geschützten, schattigen Platz im Garten in lockere, humose Erde gesteckt. Und siehe da, mit ein bisschen Glück treiben sie im nächsten Jahr aus. Das klappt nicht bei allen Rosen, aber viele Rosensträucher, Wildrosen, Rambler und die Alten Rosen eignen sich gut für diese Methode.

Wenn mein Vater bei uns zu Besuch ist, blättert er gerne in meinen vielen Koch- und Backbüchern. Oft höre ich dann: "Das probiere ich aus!". Auf diese Art sind schon viele Gewürzmischungen, Liköre, Chutneys, Pestos und Tapenaden entstanden.

So produzierten wir vor zwei Wochen einen unglaublich leckeren Rosenessig in meiner Küche.

Es ist wichtig, gut duftende, ungespritze Blüten zu nehmen. Mein Vater hatte Blüten seiner dunkelroten "Munstead Wood" mitgebracht. Die "Rose de Resht" wäre sicher auch perfekt. Selbstverständlich sind auch hellere Duftrosen geeignet, nur wird die Farbe des Essigs dann eben nicht so schön.




Jakobs Rosenessig

 Zutaten:

2 Flaschen 5 %-igen Apfelessig
8 - 10 große, dunkelrote Duftrosenblüten

 





Zubereitung:

Die Rosenblüten abzupfen. Sie müssen ganz sauber sein, sollten aber nicht gewaschen werden. Den Essig in ein sauberes, großes Gefäß gießen und die Rosenblätter dazugeben. Die nächsten Tage immer wieder umrühren oder schwenken.



Der Rosenessig muss dann etwa zwei Wochen ziehen. Wenn die Rosenblüten ihre Farbe verloren haben, kann er in saubere Flaschen abgefüllt werden.


Herrlich, dieser Rosenblüten-Essig! Er hat einen feinen Duft und schmeckt megalecker in einem leichten Joghurtdressing. Ein frischer Kopfsalat, ein paar Beeren... hmmm!!!

Nun sind wir schon am Ende unseres kleinen Ausflugs in den Garten meines Vaters. Schön war's bei Dir, Papa ♥♥♥!!! Viiielen Dank, dass wir uns bei Dir umsehen durften!


Es hat mir unglaublich viel Freude bereitet, diesen Post zu schreiben! Und da ich gerade mit einem grippalen Infekt auf dem Sofa liege, hatte ich auch jede Menge Zeit dazu  ;)  .

Mir wurde richtig bewusst, was für ein Glück ich doch hatte, solche Eltern zu haben. Ich durfte viel von Ihnen lernen, nicht nur die Liebe zur Natur.

Meinen Post hab' ich bei Gartenglück verlinkt.

Ich wünsche Euch eine schöne Sommerwoche, meine Besten ♥♥♥, und drücke Euch ganz gaaanz feste (auf die Entfernung ist das auch gar nicht ansteckend)!!!

Herzliche Grüße von
Regina









Kommentare

  1. Guten Morgen, liebe Regina,
    was für ein traumhaft schöner Post.
    So wurde dir ja der grüne Daumen schon mit in die Wiege gelegt.
    Dein Vater ist ja ein richtiges Gartengenie, sooo schöne Pflanzen.
    Der Wahnsinn!
    Und der Rosenessig sieht jetzt schon toll aus, ich habe vor Jahren
    mal welchen geschenkt bekommen und wie du schreibst, er ist ein
    Traum im Blattsalat.
    Ich schicke dir die besten Genesungsgrüße mit samt einer Umarmung,
    denn ich hab sie schon hinter mir.
    Liebe Grüße Manu

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  2. Oh wie wunderwunderschön! Ich bewege gerade im Geiste meinen eigenen noch verwilderten Garten. Ich hab das Haus gekauft und um den Garten hat sich lang keiner gekümmert .. Da kann ich mir bei dir und deinem Papa Ideen holen, vielen Dank! =)
    Dir ganz schnell gute Besserung,
    liebe Grüße in die alte Heimat
    aus der neuen Heimat am Bodensee,
    Joy

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  3. Liebe Regina,
    ich bin absolut begeistert, der Garten deines Vaters ist traumhaft. Man sieht sofort, mit wie viel Liebe und Mühe er gepflegt und gestaltet wird. Unglaublich, wie üppig alles wächst und blüht, er scheint wirklich ein Händchen dafür zu haben. Ich kann es total nachvollziehen, dass du so wunderbare Erinnerungen mit diesem Garten verbindest. Ganz lieben Dank, dass du uns mitgenommen und so tolle Impressionen gezeigt hast :-)
    Dein Vater kann auf diesen Garten mehr als stolz sein.
    Liebste Grüße an dich,
    Anne

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  4. Liebe Regina, das ist wirklich ein toller Beitrag! Der Garten Deines Vaters scheint sehr vielfältig zu sein. Dir wünsche ich eine gute Besserung. Ein grippaler Infekt bei diesem heißen Wetter ist nicht gerade angenehm.

    LG Kathrin

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  5. So schön zu lesen!!! ... den Essig werd ich mit der Rose de Resht probieren, die fängt hier grad wieder an zu blühen ...
    Gruß Doris

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  6. ein wunderschöner Post liebe Regina,
    bin sehr von dem Garten angetan♥♥♥ einfach ein Traum
    Deine Bilder sind wundervoll!!! ich wünsche Dir eine gute und schnelle Besserung. Ganz liebe Grüße
    Karina

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  7. Liebe Regina,
    was für ein wunderschöner Post! Der Garten von Deinem Papa ist ein Paradies! Danke für die herrlichen Einblicke!
    Hab eine zauberhafte neue Woche und vor allem aber vorneweg GUTE BESSERUNG!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  8. Liebe Regina, ja das ist wirklich ein besonders toller Garten von deinem Papa, vielen Dank für den wunderschönen Gartenspaziergang und die tollen Eindrücke. Die Flaschen für den Rosenessig sehen auch richtig schön aus, das er im Salat auch noch lecker schmeckt glaube ich gerne. Ich wünsche dir ganz gute Besserung, werde schnell wieder gesund, denn die Sonne lacht :-) und der Garten braucht dich bestimmt.
    LG Dani

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  9. Liebe Regina,
    ich bin ehrlich beeindruckt von dem Garten und von Deinem Vater, mit 80 Jahren noch einen so großen Garten so schön zu pflegen ist doch ein Traum und auch die Experimentierfreudigkeit Deines Vaters ist beeindruckend, viele junge Menschen haben nicht diese Kreativität.
    Dein Post hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich sage danke für diesen schönen Artikel.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  10. Dein Vater hat einen wunderschönen Garten und du hast ihn mit deinen Bildern wunderbar eingefangen! Es ist sicher ganz besonders, so eine Leidenschaft zu teilen.
    LG Malou

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  11. Liebe Regina ,ein traumhaft schöner post. Grüsse deinen Papa ganz herzlich von mir......shalom

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  12. Liebe Regina,
    schon als ich die Überschrift dieses Posts gelesen habe, kamen mir ganz viele Erinnerungen hoch. Ich kenne diesen Garten jetzt auch schon ganz viele Jahre. Ich war nicht oft dort, wenn ich aber mit dir deine Eltern besuchte, fühlte ich ich dort sehr wohl und willkommen.
    Deine Mama hat mir einmal - es ist bestimmt schon 20 Jahre her- ein Kräutersträußchen für meinen Salat mitgegeben. Im Sträußchen war auch Pimpernell. Das kannte ich vorher nicht.
    Aber jetzt zu deinem Papa, ich finde es wirklich bewundernswert dass er das alles noch selbst bewirtschaftet und auch das Angebaute verarbeitet. Super auch dass ihr zusammen mit Obst und Kräutern experimentiert und so eure eigenen köstlichen Kreationen zusammen herstellt. Sag deinem Pa mal ganz liebe Grüße.
    Viele Grüße natürlich auch an dich ♥
    Silke

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