Wenn Kissen Geschichten erzählen...



Hallo meine Lieben,

ich mag es sehr, wenn Dinge eine Geschichte haben. Als ich am Wochenende im Gartenhaus meines Vaters altes Sackleinen fand, fein säuberlich auf einem Holzregal gestapelt, wusste ich sofort, was ich daraus machen wollte. Gestern sind Gartenkissen daraus entstanden. Pur und ursprünglich. Sie erzählen ein Stück Familiengeschichte...

Die Familie meines Vaters flüchtete im zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat. Sie mussten all ihren Besitz zurücklassen. Das wenige, das sie auf dem Pferdewagen mitnehmen konnten, steckte in großen Säcken. Ich war ganz gerührt, als ich diese alten Säcke aus grobem Leinen fand, die löchrigen Stellen sorgfältig geflickt. Ein Zeugnis vergangener Tage.


Mein Vater war sieben Jahre alt, als sich die Ereignisse während der Flucht überschlugen. In Pressburg musste die Familie ihre Pferde zurücklassen und konnte sich im letzten Moment zu Fuß über die Grenze retten. Zwei Koffer und ein paar Säcke waren alles, was ihnen geblieben war.

Erst heute verstehe ich, warum meine Großmutter so traurig war, als wir vor vielen Jahren ihre alten, kratzenden Pferdedecken so rigoros entsorgten. Wir hatten nicht begriffen, welchen Wert sie für sie darstellten, wie viele Erinnerungen mit ihnen verbunden waren. Darum freue ich mich umso mehr, dass aus diesen scheinbar wertlosen Säcken nun kleine Schmuckstücke für unseren Garten entstanden sind. Unikate mit Geschichte.

Vielleicht habt Ihr Lust, ähnliche Kissen herzustellen? Das grobe Leinen ist perfekt für den Garten! Ausgediente Säcke bekommt Ihr in Kaffeeröstereien, auf Flohmärkten. Auch im Internet wird man fündig.

Was Ihr braucht:

Grobes Sackleinen, Kissenfüllung (waschbar), dicke, feste Naturwolle, lange Stopfnadel, Schere. 

Und so geht's:

Zuerst sollte man das Leinen waschen (Kaltwäsche). Nach dem Trocknen schneidet man zwei Teile aus dem Leinenstoff in der Größe der Kissenfüllung zu (etwa 2 cm Nahtzugabe auf jeder Seite). Nun wird das Vorder- und das Rückenteil jeweils einen Zentimeter nach innen eingeschlagen und gebügelt. Wie der Knopflochstich gemacht wird, seht Ihr hier.

Ich hatte schon lange nichts mehr von Hand genäht. Mit ein wenig Geduld werden die Gartenkissen wunderschön. Der Aufwand lohnt sich!

Nachdem meine Kissen fertiggestellt waren, wollte ich dann endlich meine Sommerblümchen kaufen. Mit einem klaren Farbkonzept war ich unterwegs zum Blumengärtner. Ich hatte vor, sämtliche Kübel in edlem Weiß zu unterpflanzen... Und womit kam ich nach Hause...?

ROSA - als ich diese Farben sah, war es nix mehr mit Farbkonzept!!! Ihr dürft nun gerne grinsen... Hmmm, nun, Ihr kennt mich ja!

Außerdem harmoniert Pink und Rosé doch grandios mit Grau und meinen Naturtönen, oder  ;) ?!

Auch Ginnou liebt die neuen Kissen. Schnell hatte sie ein kuscheliges Plätzchen gefunden.

Nach getaner Arbeit lehnte auch ich mich gemütlich in meine neuen Kissen zurück und gönnte mir ein keines Päuschen.

Latte macchiato in meiner neuen "glückskind-Tasse". Ja, ich fühle mich wirklich wie ein kleines Glückskind. Dankbar, zufrieden.

Es braucht gar nicht viel um glücklich zu sein, manchmal reichen schon ein paar Kissen und pinkfarbene Blümchen...

Der Sommer kommt spürbar - wie schön! Freut Ihr Euch auch so darauf? 

Genießt die warmen Tage und lasst Eure Seele baumeln.

Herzliche Grüße von
Regina






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