Blütenzauber im Waldgarten



Hallo meine Lieben,

vor drei Wochen war ich mit Silke, meinem Mann und unserer Fotogruppe in Schicks Waldgarten zu Gast. Die riesigen Rosensträucher und die langen Triebe der in den Bäumen rankenden Rambler waren schon voller Knospen. "Am Wochenende nach Pfingsten ist es soweit, da werden sie dann blühen...".  Ich liebe Rosen über alles und wollte mir dieses grandiose Schauspiel nicht entgehen lassen. So fuhren mein Mann und ich am Wochenende ein weiteres Mal nach Kurzach. Und heute nehme ich Euch mit in dieses verzauberte Reich... .


Bei Kurzach in den Löwensteiner Bergen haben Heinz und Lore Schick mit einem besonderen Gespür für die Natur einen einzigartigen Garten geschaffen. Aus 1,5 Hektar ödem Land ist innerhalb von 40 Jahren ein kleines Paradies entstanden. Man findet hier mindestens 1000 Sorten verschiedener Pflanzen. Teilweise auch ganz seltene Nadel- und Laubbäume, Sträucher, Stauden, Kräuter und meine Lieblinge, die Rosen.


"Ein begehbares Bild" nennt Herr Schick seinen großen Garten. Er ist in sich geschlossen, Hecken begrenzen ihn, markieren den Rahmen des Bildes, viele Wege schlängeln sich über das Grundstück und doch öffnet sich der Garten nach außen in die freie Natur, kommuniziert. Überall spürt man Herrn Schicks Philosophie, die Natur in ihrem Gleichgewicht zu unterstützen, zu pflegen und zu erhalten, aber nicht unnötig einzugreifen. 

Nun konnte ich es kaum erwarten, nach den Rosen zu sehen... .   Der Waldgarten war wie verwandelt. Die großen Multiflora-Rosen blühten über und über und aus den Bäumen fiel eine Gischt aus zarten, duftenden Blüten. Intensiver Rosenduft vermischte sich mit dem Gesumme der Bienen und Insekten. Die Sonnenstrahlen wärmten. Bezaubernd!!!

Ich entdeckte die Paul's Himalayan Musk und die Ghislaine de Féligonde, die auch in unserem Garten gerade blühen. Traumhaft üppig! Gerne erklärte uns Herr Schick, wie er seine Rambler schneidet. Man solle beherzt zur Schere greifen, nicht "nur bissele rumschnippeln". Stimmt. Schon Goethe sagte: "Ein guter Gärtner muss ein hartes Herz und eine scharfe Schere haben". Leider vergesse ich das allzu oft. Mein Mann grinste (sicher musste er an unsere vielen "Rückschnitt-Diskussionen" denken... . Hmmm, tjaaa).


Mein Mann und ich schlenderten durch den weitläufigen Garten. Schon bei unserem ersten Besuch war ich von diesem Garten überwältigt. Ihr glaubt nicht, wann wir aufgestanden waren, um besonders gutes Licht zu haben ;) ! Aber es hatte sich gelohnt. So früh am Morgen tauchte die Morgensonne die Natur in ein beinahe mystisches Licht.

"Man muss warten und lassen können in einem Garten", meinte Herr Schick. In seinem Reich bekommen Tiere und Pflanzen Zeit, um sich zu entwickeln. Welch achtsames Umgehen mit allem Lebendigen!


Es gab hier sooo viel zu entdecken! Vom Baumhaus blickt man weit in den Garten hinein.

Es war still im Waldgarten. Außer dem Gezwitscher vieler Vogelarten und dem intensiven Gesumme der Insekten hörte man nichts. Während wir auf verschlungenen Pfaden den Garten erkundeten, breitete sich eine große Ruhe in uns aus. 


Der Wind säuselte in den Blättern. Der Alltag entfernte sich immer mehr. Momente der Kontemplation.


Immer wieder faszinierendes Licht, das durch die Gräser flirrte und eine bezaubernde Atmosphäre schuf. Elfengleich.

Ich liebe die Farben der Lupinen! Zart, pastellig, pudrig und dann dieses frische Grün der Blätter - zuuu schön!!!


Auch hier summten die Bienchen und Hummeln und sammelten fleißig ihren Nektar. Die vielen Wildstauden, Blüten und Kräuter bieten den Insekten und Schmetterlingen reichlich Nahrung. 


Über dem Garten lag ein unbeschreiblicher Zauber. Die Rosenblüte hatte den Garten in ein einziges Blütenmeer getaucht.


Mein Mann und ich haben schon viele Gärten besucht, doch die Vielzahl der unterschiedlichen Wildrosensorten bei Herrn Schick ist beeindruckend! Unter jedem Baum ein anderer Duft, große üppige Blüten, dann wieder zarte, filligrane Ranken. Außergewöhnlich schön!


Sehr viele Pflanzen hat Herr Schick selbst vermehrt oder gezüchtet. Darunter auch seltene Eiben und etliche Sorten an Buchsbäumen. Gesund sehen sie aus, seine Buchsbaumkugeln. Auf meine Frage, ob sein Garten vom Zünsler noch verschont sei, meinte er nein, aber er habe das allerbeste Mittel gegen diese Schädlinge. Das seien seine  vielen Vögel. Im Garten wird nicht gespritzt, keine Chemie kommt zum Einsatz, so dass die Raupen den Vögeln gut schmecken.


Es macht große Freude, Herrn Schicks Erzählungen zu lauschen. Auf einem Rundgang mit ihm erfährt man vieles über seinen Garten, seine Gedanken, sein Leben, seine Ideen. Wie das Gingko-Projekt: Ob die Stämme der vielen einzelnen, eng gepflanzten Gingko-Bäume irgendwann zu einem einzigen Stamm zusammenwachsen werden? Ein Projekt der Zukunft.

Auf dem Gelände findet man viele grandiose Kunstwerke aus Holz, die weit nach oben in den Himmel ragen.

Objekte, die Herr Schick in seinem dritten Beruf als autodidaktischer Holzkünstler geschaffen hat.

Wunderbar fügen sich diese Skulpturen in den wildromantischen Garten ein, unterstreichen sein Erscheinungsbild.


Das Spiel aus Licht und Schatten. 


Immer weiter ging es in den Garten hinein... .

Am hinteren Ende kamen wir zu diesem Pavillon. Was für ein Rückzugsort! Wenn hier nicht neue Gedanken entstehen können, wo dann? 

Immer wieder faszinierende Blüten im Gegenlicht. Motive, die jedes Fotografenherz höher schlagen lassen.

Dann der große Teich. Natürlich und pur. Nichts störte, Stille. Ewig hätte ich hier sitzen und einfach nur schauen können.


Erst mit über 60 Jahren, nachdem Herr und Frau Schick ihr Floristikgeschäft den Kindern übergeben hatten, konnte sich Herr Schick in seinem dritten Beruf der Kunst widmen. Sowohl in seinem Fellbacher Atelier, als auch hier in Kurzach entstehen riesige Objekte in Holzsägearbeit.


Im ganzen Waldgarten findet man Kunstwerke, prägnant inszeniert oder auch ganz versteckt. Es macht Freude, sie zu entdecken.


Natürlichkeit steht im Vordergrund. Die Objekte aus Weide haben es mir besonders angetan. Werke, die mit der Zeit gehen dürfen.

Noch lange saßen wir mit Schicks an ihrem gemütlichen Sitzplatz und merkten gar nicht, wie die Zeit verging. Es gab so viel zu erzählen und zu fragen. Und, liebe Frau Schick, Ihr Hefezopf hat ganz ganz lecker geschmeckt! Vielen Dank für die nette Gastfreundschaft und Ihre Offenheit!

Die große Amerikanische Eiche, unter der wir saßen, hat Herr Schick einst aus ein paar Eicheln geplanzt. Kaum zu glauben. Sie nimmt heute den ganzen Vorplatz ein und spendet angenehmen Schatten.


Wie Vogelnester hängen selbstgeflochtene Weidenkörbe aus ihren Ästen herab. Hier, am Eingang des Waldgartens, füttert Herr Schick auch seine Vögel. Er liebt seine kleinen Freunde und sorgt gut für sie. Jeden Winter verfüttert er zweieinhalb  Zentner Vogelfutter, gute Haferflocken,  mit Sonnenblumensamen und Rapsöl gemischt. 

Hier findet sich auch die Werkstatt, in der viele Kunstwerke entstehen. Teilweise braucht man einen Kran, um sie zu bewegen. Wie der Zufall will, kannte ich schon zuvor einige Werke Herrn Schicks. Viele von ihnen stehen im neuen Gebäude des Weinguts Johannes B. in Fellbach und schaffen eine wohlüberlegte Verbindung zwischen Architektur und Natur. Ich wollte einen Garten entdecken und traf hier auf diesen Mann, dessen Kunst ich schon so oft bewundert hatte. So ist es manchmal im Leben, oder?

Nun habe ich sehr viel über Herrn Schick und "seinen" Garten geschrieben. Doch was wäre dieser ohne die Frau an seiner Seite? Ohne Lore Schick wäre das alles gar nicht möglich gewesen. Immer war sie an seiner Seite und hat ihn tatkräftig unterstützt. "Manchmal isch ihr halt wohl au nix anderes übrig geblieben...", meinte ihr Mann auf seine humorvolle Art. Wie schön, dass wir die beiden kennenlernen durften!!!

Wir werden ganz sicher bald wieder vorbeischauen und dann bringe aber ICH den Kuchen mit, gell?!



Nun sind wir am Ende unseres kleinen Streifzuges durch diesen erstaunlichen Garten. 

Eines weiß ich genau: Wenn ich ein kleiner Vogel wäre, würde ich genau HIER leben wollen, hier in Schicks Waldgarten.

Ich wünsche Euch allen eine wundervolle Zeit, meine Besten, fühlt Euch gedrückt ♥♥♥!

Herzliche Grüße von
Regina






Kommentare

  1. Liebe Regina,
    wie wunderwunderwunderschön! Das ist unglaublich! Danke für diesen tollen Spaziergang.
    Ich finde überhaupt deinen ganzen Blog und auch deinen Garten wundervoll!
    Liebe Grüße in meine alte Heimat.
    deine (meist) stille Leserin,
    Joy

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    1. Liebe Joy,
      ich freue mich immer riesig, wenn ich etwas von meinen stillen Lesern höre! Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Ich hoffe, Du fühlst Dich weiterhin immer richtig wohl auf meinem Blog und sende Dir herzliche Grüßle.
      Regina

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  2. Liebe Regina,
    das sit wirklich ein Paradies. Was stekt für Arbeit
    dahinter? Es ist wunderschön, dass wir dir folgen
    und teilhaben dürfen.
    Einen angenehmen Wochenteiler wünscht dir
    Irmi

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  3. Auch ich möchte dir für diesen schönen Ausflug danken! Soviel zu schauen! So toll fotografiert! Und wehmütige Erinnerungen hast du auch noch ausgelöst, denn der Herr Schick scheint von einer ähnlichen Leidenschaft getrieben zu werden wie einst mein Vater ( gewisse äußerliche Gemeinsamkeiten gibt es auch ). Dass es solche Menschen gibt, die sich um ein Gleichgewicht in der Natur bemühen ( und damit um unser aller Wohl & Wehe ), kann nicht genug beschrieben werden in den Medien...
    Dir nochmals vielen Dank und einen schönen Feiertag!
    Astrid

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  4. Liebe Regina,
    solche Spaziergänge liebe ich sehr! Alle Sinne werden angesprochen...Eintauchen, tief durchatmen und träumen...
    Ich danke Dir fürs mitnehmen!
    Alles Liebe
    Heidi

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  5. Hallo Regina,
    du hast mich in eine ganz andere Welt gesetzt, so schöne Fotos und Eindrücke. Ich habe von
    Eurem Ausflug schon bei Silke gelesen und finde beide Berichte und Fotos traumhaft.
    Da kann ich mir lebhaft vorstellen, einfach nur hinsetzen zu wollen und zu schauen.
    Da haben die Schicks win wahres Paradies erschaffen, alle Achtung.
    Habt einen schönen Feiertag
    LG Manu

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  6. Liebe Regina,
    was für ein herrliches Waldgartenparadies! Danke, daß wir Dich dahin begleiten durften! Das sieht nach einem Ort aus, wo man zur Ruhe kommen und sich entspannen kann! Danke für die traumhaft schönen Einblicke! ICh werde mir jetzt nochmal die Bilder anschauen, und mich für einen kleinen Augenblick in den Waldgarten träumen *lächel*
    Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  7. Dir sind so viele wunderschöne Bilder gelungen, liebe Regina. Du hast die Schönheit dieses Waldgartens super festgehalten. Danke, dass du diese Eindrücke mit uns teilst, es muss wunderschön dort gewesen sein. Ein ganz besonderes Fleckchen Erde.
    Viele liebe Grüße an dich,
    Anne

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  8. Wahnsinn! Das ist ein Stückchen Erde das von Energie nur so sprudelt. Ich bin wirklich hin und weg, würde mich am liebsten sofort ins Auto setzen und diesen Garten besuchen. Ich habe hohen Respekt vor Familie Schick und Dir sage ich vielen Dank, daß Du diesen besonderen Garten gezeigt hast.
    LG Sabine

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  9. Lieben Dank dass ich in Schicks wunderschönen Waldgarten mit dabei sein konnte.
    Hier findet man wahrhaftig die Antwort auf die Frage des Dichters
    Christoph Martin Wieland:
    Wen anders als die Natur können wir fragen, um zu wissen, wie wir leben sollen, um wohl zu leben?
    Herzliche Grüße
    Gerda

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  10. Ihr lieben Blogfreunde & Mitprojektler,

    leider schaffe ich es nicht rum zukommen und jedem Einzelnem
    individuell zu schreiben im Blog und bei Euch! Doch bin ich hier
    und schätze sehr was ich sehen darf!
    Gerne möchte ich Euch ein liebes Zeichen geben, Euch zeigen, dass
    ich hier war, gerne geschaut habe!
    Dankeschön für alles!
    Liebe Grüße
    schickt von Herzen Monika*

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  11. Liebe Regina,
    wow - was für ein toller Garten, traumhaft schön.
    Danke für den wunderbaren Streifzug.
    LG Dani

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